Neuenburger Herbstfeuer

"Es ist Sonntag und schönes Wetter: ein idealer Tag also für eine Torée, ein Feuer, mit dem der Beginn der neuen Jahreszeit gefeiert wird, jener der bunten Blätter und Morgennebel. Wir treffen unsere Freunde in La Corbatière und suchen uns ein schönes Plätzchen inmitten der Juraweiden. Wir sind ganz allein unterwegs – oder fast. Denn an einem so schönen Sonntag begegnen wir noch anderen Gruppen, die eine Wurst eingepackt haben. Kurz nachdem das Holz gesammelt ist, sitzen wir schon ums knackende Feuer. Die in Kohlblätter und Zeitungspapier eingerollten Würste schmoren in ihrem Saft. Ein Landwein begleitet die traditionelle Köstlichkeit, die aus der Glut gezogen wird. Mit dem wunderbaren ersten Bissen beginnt der Herbst wirklich.“

Céline

Infos
Eine Torée, auch «Hirtenfeuer» genannt, ist eine Neuenburger Tradition, die darin besteht, auf einer Weide ein grosses Feuer zu entfachen und in dessen Glut Würste und Kartoffeln zu garen. Eine Torée findet traditionell im Herbst statt (wenn das Vieh nicht mehr auf den Weiden ist), man kann sie aber das ganze Jahr über veranstalten, vorausgesetzt, man findet ein geeignetes Plätzchen.

Gut zu wissen
Traditionell werden die Würste in mehrere Kohlblätter sowie in feuchtes Zeitungspapier eingewickelt. Das früh am Morgen entzündete Feuer sollte gegen 10 Uhr nur noch ein Haufen Glut und Asche sein, in den man die Würste und Kartoffeln ohne weiteren Schutz steckt. Die Glut wird anschliessend mit grünen Tannenzweigen bedeckt, die eine weisse, duftende Rauchsäule produzieren.

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